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Ziegelschlagen


"Wie be­kom­me ich ein dichtes Dach über dem Kopf?" - dies ist wohl eine der grund­le­gen­den Fra­gen der Men­sch­heit. Die be­kann­teste und bei uns am häu­fig­sten vor­kom­men­de Dach­zie­gel­form ist der flache "Biber­schwanz". Bevor man im 19. Jahr­hun­dert be­gann, den Zie­gel in­dus­triell her­zu­stellen, fer­tigte man jeden ein­zel­nen Zie­gel von Hand. Der Her­stellun­gs­prozess von der Lehm­ge­win­nung im Herbst bis zum ge­bran­nten Zie­gel dauert fast ein Jahr.

Zur Her­stellung eines Flach­zie­gels braucht man eine Form (aus Holz oder Metall), ein Brett­chen mit einem daran be­fes­tig­ten Stück Stoff und ein Vier­kant­holz.
Die Zie­gel­form wird mit grobem Zie­gel­schrot ge­sandet und auf das stoff­be­span­nte Brett­chen ge­legt. Der Ton wird da­rauf­hin mit Schwung in die Form "ge­schla­gen" und eventuell mit dem Hand­ballen in nicht ganz aus­ge­füllte Stellen ge­strichen. Das über­schüssige Material wird mit einem Hölz­chen von der Spitze her flach ab­ge­zogen, wobei im hin­te­ren Drittel etwas Lehm stehen ge­lassen wird, um daraus die Nase (= "Haken", an dem der Zie­gel auf den Dach­latten hält) zu for­men. Die Ober­fläche wird ge­sandet und da­rauf ein Trocken­brett­chen auf den Zie­gel ge­legt. Da­nach werden Zie­gel und Brett­chen mit Hilfe des Stoffes auf die an­de­re Seite ge­kippt. Die Zie­gel­ober­seite wird nun mit Fin­gern und Dau­men mit dem "Ab­strich", dem "Rand­strich" und dem "Kopf­strich" ver­sehen, oder aber auf alle mög­lichen Ar­ten ver­ziert. Im Trocken­ge­stell trock­net der Zie­gel ca. einen Mo­nat an der Luft, be­vor er ge­brannt wer­den kann.

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