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Textile Techniken

Litzenstab an Gewichtswebstuhl

Einleitung

Pflanzliche und tierische Fasern sind ein äusserst vielseitig verwendbarer Rohstoff, der zu Fäden, Seilen, Geflechten, Geweben, Netzen und anderem verarbeitet werden kann. Diese Eigenschaften wurden schon früh in der Menschheitsgeschichte entdeckt und genutzt. Wegen der leichten Vergänglichkeit des Materials sind nur in Ausnahmefällen Reste von zum Teil qualitativ sehr hochstehenden und aufwändig gearbeiteten Textilien erhalten geblieben.


Brettchengewobene Borte an Kleid

Archäologischer Hintergrund

Rindenbast von Bäumen, Pflanzenteile, Tiersehnen und -häute dürften schon früh dazu benutzt worden sein, Behausungen, Gerätschaften und Kleidung herzustellen. Aus dem Neolithikum sind erstmals auch Geflechte nachweisbar. Der Lein als Kulturpflanze lieferte Fasern, die versponnen und verwoben werden konnten. Genutzt wurde auch die Wolle von Schafen. Am Gewichtswebstuhl wurden gemusterte und farbige Stoffe hergestellt. Geknüpfte Netze können zum Fischen, Jagen, als Tragnetz oder zum Aufbewahren von Vorräten dienen. In der Brettchenwebtechnik wurden ab der Spätbronzezeit Gewebeanfangskanten, Gurte oder verzierte Borten gefertigt.
Wie die Kleidung der Menschen damals ausgesehen hat, können wir am Beispiel von Ötzi, der Eismumie, nordeuropäischen Moorleichen oder in Baumsärgen Bestatteten sehen. Ansonsten liefern uns Fragmente aus Feuchtbodensiedlungen, Bergwerken oder Gräbern Hinweise auf technische Details. Indirekt belegen beispielsweise Spinnwirtel oder Webgewichte die Textilverarbeitung.


Spindel mit Spinnwirtel

Aktivitäten

ExperimentA hat im Bereich Textil bisher keine wissenschaftlichen Experimente durchgeführt. Uns geht es darum, Fertigkeiten wie Spinnen mit der Handspindel, Weben, Knüpfen etc. zu erlernen. Mit diesen Kenntnissen können wir Repliken herstellen und diese bei der Vermittlung einsetzen. An Workshops thematisieren wir die Kleidung in der Urgeschichte und deren Herstellung, indem die Teilnehmer selber die verschiedenen Fertigungsschritte z.B. von der Rohwolle bis zum Stoff praktisch nachvollziehen können. Dazu werden ausschliesslich archäologisch nachgewiesene Materialien und Geräte, wie beispielsweise ein Gewichtswebstuhl oder Spindeln mit Tonwirteln eingesetzt. Rekonstruktionen von Kleidern der Bronze- oder Eisenzeit mit dem jeweiligen Trachtzubehör wie Nadeln, Schmuck, Gürteln oder Schuhen werden bei Vorführungen eingesetzt.

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