Eisen umgibt uns heute in vielerlei Gestalt und ist aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Doch gerade in einer Zeit der weitgehend automatisierten Herstellung und Verarbeitung dieses Werkstoffes stellt sich durchaus die Frage nach den Anfängen: Woher hatten die Menschen im Mitteleuropa vor 2700 Jahren ihr Eisen, wie wurde es verarbeitet und was konnte damit alles angefertigt werden?
Wir befassen uns mit der Gewinnung von Eisen und Stahl, dem Vorgang des Schmiedens, des Feuerschweissens und der Wiederentdeckung von verloren gegangenem Wissen.
Uns stehen heute diverse Modelle aus Chemie und Physik zur Verfügung, um Abläufe und Prozesse zu beschreiben. Doch über welche Einblicke in die Materie verfügten frühere Handwerker, wie gelang es ihnen, mit relativ einfachen Mitteln hochkomplexe Vorgänge zu steuern und schlussendlich auch aus heutiger Sicht zum Teil sehr beeindruckende Resultate zu erzielen?
Der Beruf des Schmiedes ist gegenwärtig akut vom Aussterben bedroht. Weite Bereiche des ehemals umfassenden Fachwissens sind entweder bereits dem Vergessen anheim gefallen oder wurden durch unhaltbare und gar mythologisch angehauchte Praktiken teilweise stark verwässert. Uns geht es auch darum, das noch bestehende Wissen im Versuch zu überprüfen, um gegebenenfalls Technik und Tradition besser unterscheiden zu können.
Eine Ausbildung als Schmied kann niemand von uns vorweisen; doch genau diese unvorbelastete Herangehensweise erlaubt es uns, einen objektiven Blick auf den gegenwärtigen Wissensstand zu werfen und gegebenenfalls kritische Fragen stellen zu können.