Anhand der Betrachtung von archäologischen Funden versuchen wir die Techniken des Bogenbaus von der Steinzeit bis ins frühe Mittelalter zu rekonstruieren. Am Anfang steht der Überblick über Form und Zeit sowie die Kenntnis von Material und Werkzeug. Mit modernen Werkzeugen wagen wir uns an das sorgfältig ausgewählte Holz, um erste Erfahrungen im Umgang mit dem Werkstoff zu sammeln. In einem nächsten Schritt sollen später auch rekonstruierte Werkzeuge zur Anwendung kommen.
Im Zentrum steht die Wahl eines geeigneten Holzstückes. Die frühesten Funde belegen die Verwendung von Kiefernholz, in der Mittelsteinzeit ist Ulmenholz nachgewiesen. Seit der Jungsteinzeit wird nur noch das hochwertige und für den Bogenbau am besten geeignete Holz der Eibe verwendet. Wichtig ist, ein gerades, möglichst astfreies Stück vor sich zu haben, damit der Bogen später der Belastung standhält. Vom geeigneten Ausgangsmaterial bis zum fertigen, funktionstüchtigen Bogen ist es ein langer Weg, der mit der Entrindung beginnt und über die Herausarbeitung der Form zu einem Rohling führt. Dieser erlangt durch Schaben seine endgültigen Proportionen und wird schliesslich noch geschliffen. Dabei muss bei der Bearbeitung der Bogenaussenseite die grösste Vorsicht geboten werden, um bei der späteren Verwendung ein Reissen oder Brechen zu verhindern. Beim ganzen Herstellungsprozess ist die Trocknung des Holzes zu beobachten. Hat der Bogen seine vollendete Form, wird er bespannt z.B. mit einer gezwirnten Sehne aus Flachs und schliesslich auf seine Funktionstüchtigkeit getestet. Die Pfeile dazu lassen sich sehr viel einfacher herstellen, wobei hierfür unter anderem die beim Bronzeguss entstandenen Pfeilspitzen zur Anwendung kommen können.